Drei in Eins

Epistellesung 4. Mose 6, 22-27

 

Und der HERR redete mit Mose und sprach:

Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:

 

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, daß ich sie segne.

 

Evangeliumslesung: Johannes 3, 1-8

 

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden.

  • Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.
  • Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

  • Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?
  • Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir:

    Es sei denn, daß jemand geboren werde  aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

  • Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch;
  • und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

  • Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe:
  • Ihr müßt von neuem geboren werden.

    Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

     

     

     

    Liebe Gemeinde,

     

    mein Mann, Martin, sollte ein Wort zum Sonntag über die Dreieinigkeit Gottes schreiben. Wir kamen darüber ins Gespräch.

    Das ist dabei heraus gekommen:

     

    Überschrieben mit:

     

    Wie ne Pizza.

     

    „Susanne, am Sonntag ist Trinitatis, Tag der Heiligen Dreifaltigkeit. Wie soll man das der Gemeinde erklären? Die Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit? Der eine Gott in Dreiheit, dass versteht doch kaum einer.“

    Susanne malt auf ihrer Kladde einen Kreis und teilt ihn in drei gleichgroße Stücke. „Ganz einfach. Gott ist, wie eine Pizza mit drei Geschmacksrichtungen: Pizza Fungi, Pizza Hawaii und Pizza Salami.“ – „Du kannst doch Gott nicht mit einer Pizza vergleichen! Das kann man vielleicht bei den Konfirmanden, doch nicht in einem Gottesdienst!“

     

    Die Zeichnung auf der Kladde wird farbig: das erste Drittel wird gelb ausgemalt, das zweite rot und das dritte hellblau. Dazu Susannes Kommentar: „Knallgelb ... nehme ich notgedrungen, sollte eigentlich mit Goldfarbe gefüllt werden. Gott als der Schöpfer, der Urgrund alles Seins, der hinter allem Leben steht, ohne den es nichts gibt. Dann kräftiges Rot für den menschgewordenen Gott, der sich nicht zu schade war, von ganz unten in die Welt zu kommen.

     

    Rot steht ja für Liebe und für Herzblut. Gott hat sich in seine Welt hinein gelebt, hat sich zu seiner Menschheit bekannt und das kompromisslos. Bei der Austeilung des Abendmahl wird, wenn der Kelch gereicht wird, gesagt: „Christi Blut für dich vergossen.“. Das „für dich“ ist das Ja des Menschgewordenen Gottes zu jedem einzelnen.

     

    Das letzte Drittel ist zart Hellblau. Ich hätte es auch gar nicht ausmahlen brauchen. Doch die zarte Hellblauschraffierung steht für den Wind.“

     

    „Ja, Susanne, mit den Kreis und den drei Farben ... find ich super ... hellblau für Heiliger Geist. Unfassbar, nicht zu beherrschen, so heißt es ja im Johannesevangelium: „Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt.“ ... Der Kreis mit den Farben, das finde ich vermittelbar, doch nicht die Pizza! Denn Fungi, Hawaii und Salami ... wofür würde denn dann Salami stehen? Für Gott den Schöpfer?“

     

    „Das kannst Du Dir aussuchen. Was schmeckt mehr nach Schöpfung, was nach Liebe und was nach unfassbar, im Sinne von undefinierbar.“

     

     

     

    Versuch, die Dreieinigkeit zu erklären,

    Gott in Dreiheit

    Gott Vater – Sohn – und Heiliger Geist

     

     

     

    Den Willen, die Wege,

    die Gedanken Gottes zu begreifen,

    ist geradewegs unmöglich,

    denn es besteht eine klare Trennung zwischen Gott

     – dem ganz anderen – und allem übrigen SEIN.

     

    Trotz allem Anderssein Gottes,

    trotz der Trennlinie zwischen Göttlich – Irdisch,

    besteht eine Beziehung Gottes zu allen Dingen des Lebens.

     

     

    • Heilig, heilig, heilig, ist der Herr Zebaoth,
    • alle Lande sind seiner Ehre voll.
  • Da schon steckt beides drin:

    Dass Gott HEILIG – UNBERÜHRBAR - UNFASSBAR – ist,

    und dass alle Lande seiner Ehre voll sind.

     

    Dass ER also in allem steckt

    und geheimnisvoll  gegenwärtig ist.

    ... alle Lande sind seiner Ehre voll.

     

    Die Schöpfung Gottes lebt ... ist im Wandel ...

    beinhaltet ganz natürlich WERDEN und VERGEHEN,

    genau so, wie Ebbe und Flut, Tag und Nacht,

     Sommer und Winter, dazu gehören.

     

    Gottes Werkstück – Welt.

     

    Gott,

    Schöpfer eines faszinierenden, herrlichen Großkunstwerks.

     

    Ein Kunstwerk

    steht in untrennbarer Verbindung zum Künstler.

    Erst entsteht es im Kopf ... Ideen fließen ...

    dann greift der Künstler zum Spachtel/ Hammer/ Pinsel/

    zur Sprühdose/ und Form und Farbe kommen ins Spiel ... auch der Zufall gestaltet oft mit ...

    das Werkstück im WERDEN gewinnt Eigenleben ...

    wird quasi beseelt.

     

    Für sein Großkunstwerk ERDE

    hat sich Gott etwas besonderes einfallen lassen.

    Er hat dem Menschen Gestaltungsfreiheit gegeben.

     

    Der Mensch als Mit-Schöpfer, als Taktgeber, Verwalter,

    für die Gesamtschöpfung.

    Sein Auftrag ... seine Verantwortung.

     

    Mehrfach heißt es in der Bibel:

    „... denn ihr (Menschen/ Volk Gottes) sollt heilig sein.“

    Diese Verantwortung hat der Mensch, weil er von Gott ausgestattet wurde mit Selbstbewusstsein, Verstand, innerer Stimme, Gewissen ... Gefühlsleben ... soziale Fähigkeiten ...

     

    Segen liegt auf Gottes Schöpfung – das steht außer Frage.

    Segen soll auch auf dem schöpferischen Handeln des Menschen liegen.

    (sein Mit-Schöpfer-Amt)

     

    Was ist segensreich?

    Was bringt Gutes hervor?

    Was erhält?

    Was belebt?

    Was bewahrt, schützt?

     

    Wo sind Grenzen

    für das schöpferische Handeln des Menschen?

    Wo verkehrt sich Segen in Fluch?

    Wo wird die Heiligkeit des Lebens verletzt?

     

     

    Warum vergessen Menschen in ihrer Hybris, dass Gott innerweltlich gegenwärtig ist, dass er bei Verletzungen des Lebens mitleidet?

     

    Warum?

    In der Turmbau zu Babel Geschichte sprechen die Menschen: „Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen....“

     

    Sich einen Namen machen

    Sein wollen wie Gott

    Das Leben selbst erfinden

    Gott aus der Welt verdrängen

    ... er ist ja weit weg ... hat den Menschen alles Untertan gemacht ... ist die Krönung der Schöpfung ...

     

     

    Gott aus seiner Welt vertreiben

    Ihn verleugnen ... oder ihn auf einen fernen Himmelsthron setzen, das kommt auf´s Gleiche hinaus.

     

     

    Gottes Heiligkeit ... Gottes Segen ... gehört in die Welt,

    wie das Morgengrauen – wie Neugeburten/ Neubeginne aller Art ... wie auch das Sterben und die Auferstehung.

     

    Um das NEU-WERDEN / NEU-GEBOREN-WERDEN geht es in dem Johannestext.

     

    ****

    Der Gelehrte, Nikodemus, ist fasziniert von dem wundersamen Rabbi, Jesus. Was er von ihm hört, ist fremd – anders – neu.

    ... er spürt Gott durch ihn hindurch ... und will mehr von ihm erfahren.

     

    • Jesus antwortete und sprach zu Nikodemus:
    • Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand  von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
    • Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?
    • Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?
    • Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir:
    • Es sei denn, daß jemand geboren werde  aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
  • An anderer Stelle sagt Jesus zu seinen Jüngern:

    • Wenn ihr nicht werdet, wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Reich Gottes gelangen.
  •  

    Neu geboren werden ... neu/ anders denken .... wie Kinder denken und fühlen .... wieder staunen lernen ... wieder das Geheimnis des Lebens erkennen .... darum geht es.

     

    Ob Nikodemus verstehen kann, was Jesus ihm sagt?

    Ob er weise genug ist, nicht seinen Verstand sondern

    sein Herz zu befragen?

     

     

    Der Sonnenaufgang erzählt von Gott ...

    kann Glauben ins Leben wecken.

    Eine helfende Hand in der Not ...

    Die Fürsorge der Eltern ...

    Der Kuss eines lieben Menschen ...

     

    Es ist schwierig neu geboren zu werden ...

    Und es ist einfach neu geboren zu werden ...

    Beides stimmt.

     

    Amen

     

     

    Mit G rechnen

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